Beim Spargel wird’s auch beim Franzosen deutsch

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Chers amis,

wir wissen alle, was des Deutschen liebstes Kind ist: Das Auto! Jawohl…aber jedes Jahr im April bis Juni hat man landauf landab das Gefühl, dass sich auf kulinarischem Gebiet eine, wenigstens für diesen Zeitraum, ernstzunehmende Konkurrenz formiert: Der Spargel!

Für ihn wird alles möglich gemacht! Auch bei der Natur wird nachgeholfen. Wenn die Witterung nicht adäquat ist, dann werden Hilfsmittel bemüht, die man bislang nur aus dem Baumarkt und Hausbau kannte. Fussbodenheizung ist das Stichwort – oder Sonnenwärme aus der “Dose”. Die Felder in Zellophan eingewickelt und die Heizung hochgefahren, wird ungeduldig auf das zarte Sprießen gewartet! Im Hintergrund formiert sich eine riesige Armada an Spargelstechern aus ganz Europa – nur die 1 Euro-Jobber lässt man mittlerweile zufrieden! Zu gut sind die Erfahrungen mit unseren osteuropäischen Nachbarn.

So früh wie möglich kommen die kaiserlichen Stangen auf den Tisch – zu einem anfangs noch gewöhnungsbedürftigen Preis. In den Restaurants teilt sich indes das Heer der Köche in zwei Lager. Die einen versuchen fast schon überaktiv das Spargelrad permanent neu zu erfinden von Spargel-Erdbeercarpaccio mit seinem Espuma und gemahlenem grünen Pfeffer bis hin zu Spargeleis mit Schinkenwürfel, während die anderen kompromisslos klassisch daherkommen: Spargel mit neuen Kartoffeln, Katenschinken und zerlassener Butter oder Sauce Hollandaise. Selbst das angebotene Ausweichprogramm bestehend aus Wiener Schnitzel und gebratenem Steinbutt wirkt für diese Herrschaften wie experimentelle Küche!

Eins ist aber durch das ganze Land gleich: Alle Restaurants bringen die köstlichen Stangen auf die Karte und auf die Teller- Genuss mit wenig Kalorien? Tja, wenn man die Buttersauce weglässt vielleicht – aber wer macht das schon?

Spargel macht natürlich auch  vor den französischen Restaurants nicht halt – und siehe da…da bleibts dann auch gerne traditionell, denn der Franzose is(s)t ja eben das – und wird so beim Spargel absolut deutsch! Kombiniert mit einem frisch-fruchtigen Weißwein, etwa Silvaner aus Rheinhessen, ist dem Genuss keine Grenze mehr gesetzt. Wie überall so auch im Café Paris – wir treffen uns dort!

Bon Appetit

Cappuccino oder Café Crème

Chers amis,

ein Thema, was derzeit und auch schon etwas länger, viele Menschen bewegt und interessiert ist das Thema Kaffee! Die Frage nach der Herkunft, der Entstehung, der Röstung, der Warenkunde dahinter…aber noch viel mehr die Frage nach der richtigen Espressomaschine, der passenden Mühle, der Zubereitung eines perfekten Espressos und der einzelnen dafür wichtigen Bedingungen.

Zugegeben…eine Espressomaschine und die Mühle dazu sind echte Männerspielzeuge! Es ist ja ohnehin so, dass Männer sich für die täglichen Ereignisse in der Küche eher nur zögernd begeistern lassen…mit anderen Worten: Sie lassen die Finger davon! Geht es aber nun um den künstlerischen Ausdruck von Kaffee, Essen, Wein oder anderen, höher prozentigen Alkoholika, dann sind die Männer stets an der ersten Linie zu finden, um sich mit 150%igen Interesse in die Materie einzuarbeiten und am Ende das Lob für das gelungene Essen, den perfekten Cappuccino (gekrönt mit Latte Art) und den abgestimmten Cocktail nach dem Mahl einzuheimsen ! Außerdem kommt er damit natürlich um den Abwasch herum!

Aber nicht nur Männer haben festgestellt, dass zwischen einem Cappuccino und einem Cappuccino Welten liegen können. Man muss nicht einmal in Italien bleiben mit seinem Vokabular, denn in Frankreich gibt es selbstverständlich die offiziellen Entsprechungen: Espresso ist ein Petit Noir, doppelt heißt er Grand Café Noir, Espresso macchiato hieße Café Noisette. Ein Cappuccino könnte ein Café Crème sein und ein  Café Latte wäre der Café au Lait…allerdings sucht man einen Latte Macchiato in Frankreich vergeblich. Wahrscheinlich fehlt den Franzosen für solch optischen Tüdelkram der Sinn. A propos Optik: Natürlich lassen sich auch die französischen Kaffee-Milchmischungen mit den Klassikern der modernen Latte Art verzieren – da kommt es nur auf den Barista an (ab und zu kehrt man doch noch zum italienischen zurück).

Was unterscheidet denn nun einen Cappuccino bei “Siggis Eck” von einem in einer ambitionierten Espressobar? Ja…erstmal die Tatsache, dass der Barista keine geschlagene Sahne statt Milchschaum verwendet…und sonst?

Die Espressomaschine und deren Pflege…die richtige Mühle und deren Pflege…die richtige Bohnenmischung, deren Röstung, Mahlung und damit Abstimmung auf die Maschine…das Tampen des Espressomehls – die richtige Extraktion des Mehls, die richtige Milch, die Schäumtechnik beim Milchschäumen, die richtige Temperatur der Milch beziehungsweise des Schaums und zum Schluss die Technik des Malens mit dem Schaum….!

Gründe genug also, um sich seinen täglichen oder wöchentlichen Kaffeeplatz sehr sorgfältig auszusuchen…oder aber nach Hause zu verlegen…nur.. dann fangt schon mal das Sparen an!

Santé und angenehmen Kaffeedurst

Die Mittelmeerküste Frankreichs am Hamburger Hafen…

Wenn man ein ums andere Mal in den „eigenen vier Wänden“, also im Café Paris, seine freie Zeit verbringt, dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis es einen nach draußen zieht, um sich an anderen Tischen verwöhnen zu lassen. Es ist schlicht der Wusch nach Abwechslung.
Wußten Sie eigentlich, dass es vom Hamburger Hafen nur einen Katzensprung nach Marseille ist? Kein Witz! Dort am Hafen lässt es sich in dem kleinen Restaurant „Marseille“ sehr ordentlich speisen. Kleiner Gastraum, keine Hektik, interessante Speisekarte mit vielen Klassikern der französischen Küche, insbesondere der Südfranzösischen! Die Bouillabaisse zum Beispiel…ein Fischeintopf, der als Hauptgang daherkommt – nicht nur, was die Menge anbelangt, sondern auch vom Preis her. Der Fond ist nicht so reduziert, nicht so kräftig, aber sehr fein. Auch bei allen anderen Gerichten lagen wir richtig…fein im Geschmack und technisch ohne Tadel! Was aber ebenso wichtig war, war die Stimmung und das Ambiente, das uns dazu veranlasste, schlussendlich die letzten Gäste gewesen zu sein.
Unsere Weine nahmen wir selber mit – nach dem Grundsatz der CDU:“ Keine Experimente!“ Der Patron bekam stets einen guten Schluck ab und war damit sehr zufrieden….

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Vielleicht ein Wort zu den Franzosen…Der 66er Talbot war erstaunlich frisch. Dekantieren musste natürlich nicht sein, aber sonst war er sehr beachtlich: reif, schon recht hell in der Farbe und in guter Verfassung. Der folgende 96er Talbot hatte erkennbar den gleichen Stil und wirkte fast noch zu jung…ein interessantes Duo fürwahr! Als wir das Marseille verließen, war der Abend noch nicht zu vorbei. Ab jetzt dann wieder Café Paris – bis zum nächsten Fremdgehen!

Herbst, Regen und Macarons

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Für ein gutes Abendessen nehmen sich die Menschen oft Zeit, reservieren sogar lange im Voraus, beginnen mit Apéritif und celebrieren dann ihre Vielsamkeit bis tief in die Nacht, oft nicht ohne Reue am nächsten Morgen – natürlich nur die Menge der alkoholischen Begleiter betreffend. Was das gemeinsame Abendessen angeht, ist die Fantasie derer, die die Restaurants betreiben und derer, die in denselben reservieren, scheinbar grenzenlos!

Wie sieht’s denn da am Nachmittag aus? Schnell ist ein  Kaffee to Go ausreichend, Bagels oder Donuts kommen in die Hand, im leichten Nieselregen heruntergewürgt und die klebrigen Hände werden Gott weiß wo abgewischt, da die mitgelieferte Serviette wegen der zugigen Kälte für die Nase Verwendung fand. Na…das geht auch stilvoller!

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Es gibt so viele Cafés, die das nun modern gewordene Barrista-Know-How mit exquisiten Tartes, Torten und anderen Kleinigkeiten fachgerecht kombinieren. Im Café Paris läßt sich’s da ebenfalls gut leben. Die gut gefüllte Kuchenvitrine lockt mit frisch gebackenen Sünden und köstlichen Kleinigkeiten wie die Macarons, die unser Gewissen nicht so sehr belasten…! Dieses französische Baisergebäck im oft farbenfrohen Kleid, gemacht  aus Mandelmehl mit einer Füllung, die die verschiedensten Geschmacksrichtungen haben kann, passt perfekt zum Café Crème, Petit Café Noir oder Thé, wenn es mal wieder nicht so viel Süß sein darf!

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Gerade wechselten im Café Paris einige Geschmacksrichtungen – Grund genug, einen kühlen Herbstnachmittag genau dort mit den kleinen “Keksen” zu verbringen…Bon appetit

L’art française du thé

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Chers amis,

Wir alle denken an Frankreich, wenn wir über Wein reden, bei Käse, Cognac, Esskultur und der Vielfalt bei raffinierten Rezepten und bodenständiger Landküche. Von welcher Seite wir uns dem Thema “kulinarische Erlebnisse” auch nähern, an Frankreich kommt man eigentlich nie vorbei!

Wie ist es eigentlich mit Tee? Ja, genau, da denkt man eigentlich nicht zuerst an Frankreich, denn Frankreich ist eben nicht die Teenation. Und dennoch…

…in Paris ist seit 150 Jahren die Firma Mariage Frères tätig und hat der Teekultur in den letzten Jahrzehnten maßgebliche Impulse gegeben!

Die Familie Mariage war bereits im 17 Jahrhundert im Kolonialwarenhandel tätig und Mitte des 19. Jahrhunderts eröffneten 2 Brüder in der Pariser Rue du Cloître-Saint-Merri das Importhaus für Tee und Vanille mit Namen Mariage Frères.

Der Holländer Richard Bueno und der Thailänder Sangmanee führten das Erbe der Familie Mariage weiter und bauten das Sortiment beständig aus. Nach dem Vorbild der Weinkultur Frankreichs stiegen die Tee-Enthusiasten in den Detailhandel ein und eröffneten drei Teesalons in Paris im Kolonialstil – die Illusion eines Teegeschäftes aus dem 19. Jahrhundert ist fast perfekt gelungen. Die wenigsten Gäste wissen, dass der älteste Salon aus dem Jahre 1986 stammt. Wer diesen Tee anbieten will, muss sich der L’art française du thé verschreiben – also genau auf die von Mariage Frères untersuchten Zubereitungsregeln achten!

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L’art française du thé – adlige Teekultur aus Frankreich ist in Hamburg schwer zu bekommen. Doch im Café Paris ist bald auch diese Lücke geschlossen. Tartes, Macarons, kleine Köstlichkeiten und bester Tee aus Frankreich – Mariage Frères im Café Paris!

A bientôt au Café Paris…

Von Lebensmüden und Gourmets…

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Chers Amis,

Normalerweise schreckt man ja eher hoch, wenn das Wort “Pilz” den Alltag kreuzt. Da tauchen nebulöse Bilder auf von Krankheiten, Schimmel oder den Garten verunzierenden Wildwuchs irgendwelcher unansehnlicher Pilze. Aber nur die Ruhe…heute spreche ich ausschließlich von den essbaren Vertretern im Allgemeinen und da natürlich von den besonders köstlichen im Speziellen.

Diejenigen unter uns, die dicht am Puls der Natur leben, ziehen auch selber aus ins Gehölz, um die Objekte der Begierde zu sammeln. Unter diese Schar von Kennern der Materie mischen sich auch in unübersichtlicher Weise jene, die eher keinen Plan haben davon haben, ob es sich bei der Ernte um einen Champignon oder einen grünen Knollenblätterpilz handelt. Da greift man schon gerne mal daneben und landet im günstigsten Fall auf der Intensivstation oder schaut sich, wenn’s ganz dumm gelaufen ist, die Gewächse, die man eben noch sammeln wollte, von unten an. Dieses Risiko erträgt man eben nur, wenn man wenigstens ein Stück weit lebensmüde ist!

Der Rest der Gemeinschaft will einfach nur gut speisen, aber die hochbeliebten, aromatischen Pilze wie Pfifferlinge und Steinpilze sind eh nur in vergleichsweise geringer Zahl zu ergattern, so dass es gezwungener Maßen auch viel Beiwerk geben muss wie zum Beispiel Maronen, will man die gesamte Sammlermanschaft verköstigen! Dann noch putzen, vielleicht einfrieren oder trocknen und natürlich zubereiten mit mehr oder weniger Geschick…und wie schmeckt’s? Naja…ganz ok…war doch nett!

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Also die Gourmets als solche haben es viel einfacher! Da können auch alle mitmachen! Es geht so: Ein Restaurant ihres Vertrauens auswählen, sicherstellen, dass auch frische Pilze auf der Karte sind, reservieren und die Kreationen der Küche genießen. Dazu einen passenden Wein aus dem Keller ordern…eh voilà! Das Sammeln entfällt, man wird nicht nass geregnet, das Putzen übernehmen andere und schmecken tut’s am Ende auch noch!

Und zum Schluss das Beste: Wir bleiben alle am Leben!

Bon Appetit  und au revoir im Café Paris, denn dort finden Sie….genau: frische Pilze!

Endlich sind sie da…die Monate mit “R”…

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Chers amis,

wenn der Blick durch die bislang noch nicht gefrorenen Fenster fällt, so lässt sich jedoch nicht leugnen, dass es Herbst ist und wohl bald auch Winter werden will! Mit den kalten Tagen kommen die Gedanken an all die Köstlichkeiten , die zu genießen uns nur an den kalten Tagen um den Jahreswechsel vergönnt ist…Grünkohl, Eintöpfe, Gänsebraten, Entenbraten, die vielen schweren Desserts und die…

Meeresfrüchte!!!

Gerade in Frankreich erlaubt die unvergleichliche Diversität an Meeresfrüchten eine ungemein abwechslungsreiche Speisekarte. Ob Austern, Muscheln, Taschenkrebse, Hummer, Crevetten, Langoustines, oder Gambas oder eine von der Küche komponierte Platte, die von allem für alle etwas bereithält – die Möglichkeiten sind vielfältig!

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Auch wenn Meerefsrüchte uns locken könnten mit so wichtigen Inhaltsstoffen wie Eiweiß, Jod und Vitaminen, so wiegt doch der Spaß und die Geselligkeit bei deren Verzehr ungleich schwerer, denn für einen schnellen Snack zwischendurch, für “kurz was essen und dann weg” ist dieses Mahl nichts. Die feinmotorisch weniger begabten unter uns wissen: Das kann eine rechte Pulerei sein! Und es dauert, bis man satt wird. Auf dem Wege dahin wird viel gelacht, geredet, getrunken, Garnelen, Dipps und Zitronenhälften hin- und hergereicht, immer noch ein neuer, vielleicht noch passenderer Wein bestellt, bis man schließlich zurücksinkt und das Mahl mit einem Glas Champagner beschließt! Bei soviel eiweißreicher Kost steht einem noch die ganze Nacht offen…

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Erproben könnt ihr alles um die Meeresfrüchte am 25. und 26. Oktober im Café Paris! Frisch aus der Bretagne…

Bon Appetit und Santé…

 

Wo die Bretagne in Hamburg zu finden ist….

Chers amis,

wo geht man denn hin, wenn man wie ich überwiegend französische Küche genießt – jeden Tag? Erraten…natürlich in das nächste französische Restaurant!

So führte mich mein Weg vor nicht allzu langer Zeit ins Ti Breizh in Hamburg. Ich wusste gar nicht so wirklich, was mich erwartete. Wir waren mit einigen Freunden auf der Suche nach einem kühlen Wein und vielleicht einer Kleinigkeit zu essen. So verschlug es uns dahin…

Dort angekommen, stellte ich zunächst einmal fest, dass dort nahezu ausschließlich Galettes zu bestellen sind. Ja, ok…ein paar Salate gibt es auch, aber das Hauptthema ist doch der bretonische Buchweizencrêpe. Der Charme des Restaurants ist eher einfacher Natur, lebendig und rustikal. Die Kellner sind überwiegend französisch und stilecht maritim-bretonisch im Streifenhemd anzutreffen. In Hamburg könnte man damit auch ohne weiteres auch Fischbrötchen verkaufen….dort aber gibt’s nun mal Galettes!

Ich persönlich bin ja nicht so ein Freund der Crêpes, dem bretonischen Nationalgericht, das eigentlich aus übrig gebliebener Buchweizensuppe entstanden ist. Auch sind sie älteren Ursprungs als die nun bekannteren Weizencrêpes, da Weizen lange Zeit unerschwinglich war! Angeboten werden die Crêpes mittlerweile in der Vielfalt von Pizza, nur eben auch als süsse Variante zum Dessert! Wie schon erwähnt, bin ich eigentlich nicht so dafür, da sie sehr oft zu trocken geraten und kaum herunterzubringen sind, aber was soll ich sagen….? Im Ti Breizh sind die Galettes fantastisch, saftig, knusprig, vielfältig, sättigend, elegant gewürzt…eben ein Gedicht! Und gerade zum Dessert bietet sich eine Auswahl an süssen Varianten an – köstlich!

Mit Wein, Wasser und einem “petit noir” danach ein extrem runder Abend, durch den uns der freundliche Service und der schöne Platz auf der schwimmenden Terasse an diesem Spätsommertag getragen hat. Eine wirkliche Empfehlung…sagt es weiter!

A bientôt…

Bienvenu à notre restaurant…Worüber Kellner hinter vorgehaltener Hand lachen und sich ärgern.

Chers amis,

in der Gastronomie ist es wie mit jedem anderen Beruf auch. Wird der Stress groß oder zu groß, und in der Gastronomie ist er das gerne mal, dann wird hinter vorgehaltener Hand gelacht und sich geärgert über Dinge, die dem geneigten Kellner das Leben schwer machen oder ihn belustigen. Natürlich lässt sich dafür gewissermaßen eine Top 10 erstellen, wobei die Ränge auf der Liste sich nach der Häufigkeit richten, mit der sie von den Damen und Herren in schwarz-weiß beobachtet werden.

Gleichwohl lädt diese Liste nicht nur zum Schmunzeln ein, sondern gibt gleichsam eine erste Orientierung, wie man verhindern kann, dass man selber zur Zielscheibe des nachfeierabendlichen Gelästers wird!

  1. Im ganzen Restaurant gibt es nur einen schmutzigen Tisch….genau an diesen setzen sich die Neuankömmlinge. Frei nach dem Motto:“ In der Ecke dort hinten hätten wir einen Tisch, der noch dreckiger ist! Interesse?“
  2. „Herr Ober? Können wir jetzt endlich bestellen?“ „Gerne…was darf’s denn sein?“ „So…äh…ja…habt ihr denn schon geguckt?“ „Nein, du?“ „Dann brauchen wir wohl noch ein bisschen…!“
  3. Die Tische stehen aus Umsatzgründen dicht bei dicht! Dennoch setzen sich alle neu begrüßten Gäste auch bei größtem Andrang nebeneinander! Im Fachjargon heißt das „Vorsicht S-Bahnfahrer!“
  4. „Verzeihung? Der Wein ist korkig!“ Leider ist die Flasche bis auf einen kleinen Schluck ausgetrunken. Die Chancen auf eine Kulanzerstattung stehen nun schlecht!
  5. „Wir hätten gerne einen Tisch für 4 Personen!“ „Bedauerlicherweise sind wir ausreserviert!“ „Wieso? Es sind doch alle Tische frei!“ Merke: Nur, weil niemand am Tisch sitzt, heißt das noch lange nicht, dass diese auch frei sind!
  6. „Können Sie bitte den Babybrei für unser Kind aufwärmen…bitte lippenwarm!“ „Gerne!“ Vorsicht: Bei Kellnern und Köchen heißt lippenwarm gerne mal 75°C heiß! Ihrem Kind steht eine traumatische Erfahrung kurz bevor!
  7. „Ich habe auf Schneider für 2 Personen reserviert“ „Tut mir leid Herr Schneider, die Reservierung liegt mir nicht vor!“ „Hier ist sie doch…Behnke, 4 Personen!“ „Behnke ist aber nicht Schneider und 4 Personen sind nicht 2 Personen!“ „Jaaaaa…meint ich doch!“ Aha!
  8. „Guten Tag, was kann ich für Sie tun?“ „Ich würde gerne einen Tisch zum Abendessen reservieren!“ „Gerne, wann möchten Sie denn kommen?“ „Ja, das wissen wir noch nicht so genau….das muss ich erst mit meinen Freunden abstimmen!“ Na dann mal los! Im Fachjargon heißt es: Da stimmt das Mise en place schon nicht!*
  9. Es ist kurz vor Weihnachten und naturgemäß sind alle Restaurants bis auf den letzten Platz ausreserviert! Da freut man sich über:“ Wir hatten zu zweit um 19.00 Uhr reserviert! Ich weiß, wir sind eine halbe Stunde zu spät, aber dafür nun 6 Personen…ist doch kein Problem, oder?“
  10. Wer sich zwischen zwei Tischen an einen freien Tisch setzen möchte, sollte sicherstellen, dass eventuelle Taschen oder Rucksäcke, die über die roten Regenfunktionsjacken getragen werden, abgenommen wurden! Gerne räumt man damit Wasserflaschen, Weine und Champagner der Nachbartische ab, die man als freundlicher Mensch natürlich ersetzt! So beginnt der Abend schon so manches mal mit 60 Euro auf der Rechnung, ohne dass man was bestellt hätte! Die Rechnung für die Reinigung der Mäntel und Anzüge kommt meist noch dazu!

Der eine oder andere mag nun sagen: „So was kommt, wenn überhaupt, dann nur alle Jubeljahre mal vor!“ Da muss ich Sie enttäuschen! Dieses und anderes ist Alltag in der Gastronomie…und deshalb wird es dort auch nie langweilig. Und nach Feierabend lässt man den Tag in kurzweiliger Runde noch mal Revue passieren unter dem Motto: Spart Wasser – trinkt Champagner!

In diesem Sinne bis zum nächsten Restaurantbesuch…wo auch immer…à bientôt

* Mise en place = Vorbereitung

 

Von dem Sinn und der Sinnlosigkeit des gepflegten Trinkens…

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Chers amis,

 

machen wir uns nichts vor. Ohne Alkohol wäre das Leben nur halb so schön. Nur dass mich keiner falsch versteht: Ich rede nicht vom Sorgen wegtrinken, von warmen Bierhülsen in der S-Bahn, Weinen aus Tetrapaks, warmem Jules Mumm auf drittklassigen Open-Air-Festivals, nicht von ungeschickt versteckten Korn-Traubensaftmischungen in PET-Flaschen und auch nicht von der wohlgehüteten Vodkaflasche unter dem Bürotisch.

Nein, ich rede von der Fähigkeit alkoholischer Getränke, Menschen zusammen zu bringen, Stimmungen steigen zu lassen wie ein mit Gas gefüllter Ballon, Ausgelassenheit und Fröhlichkeit ein treuer fast schon inspirierender Begleiter zu sein und davon, dass alkoholische Kreszenzen uns den ganzen Abend stilvoll begleiten können…stilvoll wohlgemerkt Herrschaften!

Da stellt sich gleich die Frage, wie und wann wir denn dazu kommen, einen solchen Abend entstehen zu lassen…solche Abende, wie sie uns in der Ramazottiwerbung vorgezeigt werden, wo die Uhr in der Nacht vom Kellner noch mal eine Stunde zurückgedreht wird?

Ganz klar…richtig planen kann man das nicht. Wir alle brauchen da Platz für Spontanität. Ob man vom Kaffee und Kuchen zum Champagner und von dort zum Essen und Wein kommt oder ob der Yogakurs der netten Gesellschaft um einen herum dann mal geopfert wird, das ist alles nicht entscheidend. Wichtig ist nur, dass man ab und zu mal loslassen kann. Hört sich leicht an, ist es aber oft gar nicht. Da prüft sich jeder bitte mal selber!

Da kann man von den Franzosen noch eine Menge lernen! In Frankreich trifft man sich um den späten Nachmittag zum Apéritif! Was dann daraus wird weiß der Himmel, aber so manch einer fühlt sich spät am Abend genau wie eben da…wie im Himmel! Und typischerweise kennen sich die Menschen, die hier voller Heiterkeit zusammenkamen, oft erst wenige Stunden. Aber eben das hat den besonderen Reiz!

Und was trinkt man zum Apéritif? Champus? Ok! Galopin? Vielleicht! Anisschnaps? Ganz sicher!!! Und da gibt es reichlich Auswahl und Varianten!

Hier in Deutschland trifft man zumeist leider nur auf Pernod, Pastis 51 und Ricard, aber in Frankreich ist da deutlich mehr im Regal. Und wie kommt man in Hamburg nach Frankreich? Ja gut, mit Auto oder Flugzeug…aber auch durch einen Besuch im Café Paris. Dort ist die Auswahl an Anisschnäpsen erfreulich umfangreich. Da macht auch eine Anisschnapsprobe mal Freude und wird mit einem Tatar oder Steak Frites rund gemacht!

Man braucht eben keinen echten Sinn für einen Apéritif, aber wenn ein Abend mit Lachen, Essen, Trinken und Leichtigkeit zu Ende geht, dann war das Sinn genug, meint ihr nicht auch?

Aber bitte: Trinken ja aber nicht hoffnungslos betrinken! Denn wie fragte einmal der Barman in einem Columbofilm so treffend seinen Gast: “Welches Gift darf’s denn sein?“

Und nach den obligatorischen Bisous rechts und links geht es nach Hause…mit dem Taxi versteht sich!

Bon nuit und à bientôt